China will Elefanten schützen

„Die Regierung in Peking […] stellt Einfuhr und Verarbeitung von Elfenbein unter Strafe. Damit hat die Regierung ein lange bestehendes Versprechen wahrgemacht und eine Abkehr vom Elfenbeinhandel eingeleitet. Bis Ende dieses Jahres werden die Einfuhr und jede Form der Verarbeitung von Elefantenstoßzähnen verboten. […] China war bisher der größte Abnehmer für Elfenbein. Der World Wildlife Fund (WWF) hat das ostasiatische Land Jahr für Jahr an den Pranger gestellt, weil es gegen internationale Regeln verstoßen hat. Das Washingtoner Artenschutzabkommen hat den Handel mit Elfenbein bereits 1989 geächtet. China hat das Dokument zwar unterschrieben, doch wenig zu seiner Umsetzung beigetragen. Rund 70 Prozent der Handelsmenge landeten in dem asiatischen Land, schätzt der WWF. In den vergangenen Jahren war Hongkong ein Hauptumschlagplatz für Elfenbein. Die Nachfrage aus China ist damit hauptsächlich daran schuld, dass es für Wilderer lohnt, Elefanten zu schießen, um ihnen die Stoßzähne abzuschneiden. […] Die Preise für Elfenbein haben sich in China zwischen 2010 und 2014 ungefähr verdreifacht. Ein Kilogramm kostet jetzt deutlich über 1000 Euro. Die Chinesen sind in den vergangen zwei Jahrzehnten reich geworden, und Schmuck oder Dekorationsobjekte aus Elfenbein gelten als Statussymbol. […] Vor zwei Jahren hat Präsident Xi Jinping mit seinem US-Kollegen Barack Obama ausgemacht, den Elfenbeinhandel unter Kontrolle zu bringen. Jetzt erfolgte die Umsetzung: Der Staatsrat hat festgelegt, dass Verarbeitung und Verkauf der kostbaren weißgelblichen Substanz bis Ende März unter Strafe stehen. Die registrierten Händler verlieren in den Monaten darauf ihre Geschäftslizenzen. Doch das kann bloß der erste Schritt sein, denn der größere Teil des Geschäfts fand auch bisher schon illegal statt. Schwarzhändler […] können künftig sogar mit höheren Preisen rechnen. Was verboten ist, rechtfertigt einen saftigen Aufschlag. Zudem verschwinden die legalen Anbieter aus dem Markt. Das erhöht den Anreiz für den Schmuggel sogar noch.“

in: Frankfurter Rundschau, 8.1.2017

Bildnachweis: Richard Jacobs / Unsplash

 

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